EBE lässt die Sägen singen

Mittwoch 16. Juli 2014

Mitarbeiter rücken Bruchholz mit Kettensägen zu Leibe
Nach dem Sturmtief „Ela“ setzen die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) neuerdings drei Teams mit Kettensägen ein. Neun Mitarbeiter haben eigens dafür eine Schulung besucht und den so genannten Brennholzschein (kleiner Kettensägenschein) erworben. Sie arbeiten zudem mit besonderer Ausrüstung: Schnittschutzhose, spezielle Stulpen-Handschuhe und ein Helm mit Visier und Lärmschutz gehören dazu.

„Wir betreten damit Neuland“, erklärt Anja Wuschof, Leiterin der Reinigung bei der EBE. Bisher übliche Geräte wie Laubbläser oder Freischneider seien derzeit wenig nützlich. „Die Arbeiten sind natürlich mit der Stadt abgesprochen und also Teil der Aufräum-Bemühungen“, so Wuschof weiter. „Wir gehen gezielt in Ecken, wo unsere Handarbeit mit den Sägen die alltägliche Reinigung wieder ermöglicht.“ Und wo die wieder laufen könne, diene dies auch der Lebensqualität und Zufriedenheit der Anwohner.

Freiwillige fanden sich fix
Die Säge-Teams sind in allen drei Großbezirken im Einsatz und ergänzen die übliche satzungsgemäße Reinigungsarbeit der Kollegen. Diese können mit ihren Kehrmaschinen und Hilfsmitteln die teilweise üppigen Ast- und Baumreste nicht entfernen, die vielerorts noch im öffentlichen Raum liegen.

Die Kettensägen helfen, die Sturmreste in handliche Stückchen zu zerschneiden, damit sie mit einem Sammelfahrzeug oder EBE-Kleinlaster (Flitzer) abtransportiert werden können. Unzerteilt sind die Bruchhölzer meist zu schwer und sperrig, um sie überhaupt ohne Bagger zu verladen. Das große Volumen ist neben dem Gewicht ein Haupthindernis, warum das Entfernen der Ela-Reste aus dem Stadtgebiet so mühsam ist.

Die EBE erweitert mit den Säge-Trupps ihre Kompetenzen, um in ganz Essen das Aufräumen zu unterstützen. Eine solche Herausforderung wie nach „Ela“ gab es kaum je und so sind Ideen und Engagement gefragt. „Wir haben sofort Freiwillige gefunden, die bereit waren, die nötige Ausbildung am Wochenende zu machen“, berichtet Anja Wuschof. „Es sind alles motivierte Leute, die wir ausgesucht haben. Sie arbeiten in den Revieren eigenständig und teilen sich die Arbeiten selbst ein.“ Das müsse auch so sein, denn nur vor Ort lasse sich entscheiden, wie dringlich, aber auch wie machbar der Einsatz an der jeweiligen Straße sei.

Neues zu lernen, tut gut
Trotz der vielen Mühe und der neuen Herausforderungen sieht man bei der EBE die momentane intensive Arbeitsphase als Gewinn. In einigen Monaten werden die letzten Ela-Hinterlassenschaften abgefahren sein. Die Erfahrungen und die Kettensägen-Teams aber bleiben, ist sich Pressesprecherin Bettina Hellenkamp sicher: „Wir sehen es positiv: Neue Dinge zu lernen, tut uns gut. Ob mit den Kettensägen oder über die Sonntagseinsätze unseres Containerdienstes – Ela hat unsere Kompetenz als Aufräumkommando in Essen an der Stelle gestärkt.“

Kettensäge

Handfester Einsatz:
Die EBE-Teams sind in ganz Essen unterwegs, um Folgen des Sturmes „Ela“ zu beseitigen.