Entsorgungsbetriebe Essen GmbH

 

Ruhr.2010


Unsere Stadt. Unser Klima.

Schippen, Streuen, Säcke packen – Fragen und Antworten zu Reinigung und Müllabfuhr während der Winterzeit

Einen solch massiven Wintereinbruch mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich und Mengen an Schnee wie derzeit erlebte das Ruhrgebiet in den letzten zehn Jahren nicht mehr. Was wer genau bei solchen Witterungsverhältnissen zu tun hat, ist daher möglicherweise nicht mehr jedem gegenwärtig. Ein paar hilfreiche Fragen und Antworten zu den Bereichen Straßenreinigung/Streuen und Müllabfuhr, die wichtige Punkte und Anliegen der Bürger berühren, sind im Folgenden zusammengestellt.

1. Wie wird geräumt etc.?
Bei derartigen Mengen wie in den letzten Tagen bleibt keine andere Wahl als zunächst die Massen an Schnee auf die Seite zu räumen. Anschließend kann gestreut werden, damit sich die letzte Schicht Schnee/Eis auf der Straße auflöst.

In der Zeit vom 01.11.2008 bis 15.04.2009 besteht eine 7-tägige 24 stündige Verfügbarkeit für ggfls. nötige Winterdiensteinsätze. Am Sonntagabend, den 05.01.2009 bis Dienstagmorgen haben die Winterdienst-Teams der Entsorgungsbetriebe genau das im Dauerbetrieb getan – nonstop wurden alle Streupläne immer wieder gefahren (ca. 3.500 Streukilometer, über 800 t Salz und fast 100.000 l Sole). Seitdem finden Kontroll- und Einzelfahrten bei Bedarf statt, das Wetter steht unter Beobachtung, um an schwierigen Stellen sofort zu reagieren.

2. Welche Straßen werden (nicht) geräumt?
Die Stadt Essen ist grundsätzlich für alle öffentlichen Straßen und Flächen im Stadtgebiet verantwortlich. Für die verkehrswichtigen Straßen (ca. 1.000 km) mit gefährlichen Stellen hat sie die Entsorgungsbetriebe Essen GmbH (EBE) mit der Räumung beauftragt. Diese sind als Straßen der Streuklasse A und B im Winterdienstverzeichnis aufgeführt. Dort räumt die EBE schnellstmöglich und sorgt mit Feuchtsalz (Salz-Sole-Gemisch) über die Streufahrzeuge für schnee- und eisfreie Fahrbahnen.
Ob Ihre Straße dabei ist, können Sie auf den Internetseiten der EBE selbst nachschauen. Das Winterdienstverzeichnis finden Sie unter dem Stichwort „1 Klick zum Ziel“ im Downloadbereicht unter Straßenreinigung.

Für alle anderen Straßen müssen die anliegenden Grundstückseigentümer, sowohl Unternehmen wie Privatpersonen, selbst für den Winterdienst sorgen. Dabei sind vor allem die Wege für Fußgänger schnee- und eisfrei zu machen: Gehwege an Kreuzungen und bei Straßeneinmündungen, Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) und die kleinen Inseln mitten auf der Fahrbahn (Querungshilfen).

3. Wer muss in welchen Zeiten die Gehwege frei räumen und streuen?
Für die Gehwege an allen Straßen sind immer die Anlieger, also die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke, verantwortlich.
Die Stadt etwa räumt und streut die Gehwege vor Schulen, in der Innenstadt und vor allen städtischen Gebäuden. Die Kosten hierfür trägt die Stadt selbst.
Vor Wohnhäusern sind die Eigentümer dafür verantwortlich, die diese Pflicht zum Freischaufeln häufig an ihre Mieter übertragen.

Werktags (montags – samstags) müssen die Gehwege in der Zeit zwischen 7 und 20 Uhr, sonn- und feiertags zwischen 8 und 20 Uhr, über eine Breite von 1,20 Meter bzw. über ihre volle Breite passierbar gemacht werden. Wenn kein Gehweg vorhanden ist, muss auf beiden Seiten der Fahrbahn ein Streifen von 80 cm geräumt und gestreut werden. Dazu gehört nach dem Räumen auch das Ausstreuen von abstumpfenden Mitteln wie Sand, Asche oder Splitt. Salz zu streuen ist – bis auf gefährliche Ausnahmefälle – verboten. Wichtig ist, dass Gullys und Abdeckungen von Schnee und Eis befreit werden, damit Schmelzwasser abfließen kann.

4. Wer kümmert sich um den Innenstadtbereich?
In Essen gehören alle Fußgängerzonen zum Verantwortungsbereich des Tiefbauamtes. Die EBE ist mit diesen Flächen nicht beauftragt, sondern versorgt vom Winterdienst her nur die Straßen des Winterdienstverzeichnisses.

5. Wer kümmert sich um die Marktplätze?
Bei den Marktflächen sind EBE und die Markthändler beide in der Pflicht. Die Entsorgungsbetriebe machen die Marktplätze zugänglich und schaffen Wege darauf, so dass Fußgänger sie passieren und die Händler ihre Stände aufstellen können. Das großflächige Räumen der gesamten Marktfläche fällt nicht unter die Pflichten der Entsorgungsbetriebe und wäre angesichts der häufigen Nutzung als Parkraum auch schwierig.
Die Markthändler versorgen den Bereich um ihren Stand herum und ermöglichen den Kunden den gefahrlosen Aufenthalt.

6. Wie läuft bei so viel Schnee die Müllabfuhr?
Am Montag, den 05.01.2009 war die übliche Leerung der anstehenden Reviere nicht möglich. Dadurch sind in dieser Woche die gewohnten Leerungstage wie nach Feiertagen um einen Tag nach hinten gerutscht. Sollte das Wetter keine neuen Kapriolen schlagen, gelten ab kommende Woche (ab 9.1.) voraussichtlich wieder die üblichen Leerungstage.

Durch die Witterungsverhältnisse erreichen die Mitarbeiter und Fahrzeuge der Entsorgungsbetriebe im Moment aber gar nicht jede Straße, bzw. können die Abfallbehälter nicht von ihrem Standplatz zum Fahrzeug transportieren. Sollte sich mehr Abfall ansammeln, als die Tonne fasst, können die Bürger in diesem Fall den überschüssigen Müll in einem zusätzlichen geeigneten Beutel – etwa einem handelsüblichen blauen Sack – wetterfest verpacken und am Abfuhrtag neben der Tonne platzieren. Der Sack wird dann ausnahmsweise mit abgefahren.

Essen, den 09.01.2009



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