Gemeinsam in Ruhe durch den Winter

Mittwoch 30. Oktober 2013

Ab sofort herrscht Winter – zumindest bei den Entsorgungsbetrieben Essen (EBE), die traditionell zum 1.11. die Winterdienst-Saison einläuten. Bis Mitte April befreien die Männer von der EBE den Essenern die großen Durchgangsstraßen und Bahn-/Buslinien von Schnee und Glatteis. Mitarbeiter, Maschinenpark, moderne Software, Schneeschilde, Salz und Sole – alles steht bereit. Stellt sich nun jeder Essener ebenso gut auf das Winterhalbjahr ein, kann wenig schief gehen.


 „Der öffentliche Nahverkehr und der Durchgangsverkehr einer Großstadt wie Essen sollen laufen, damit das öffentliche Leben im Rahmen des Möglichen weitergehen kann.“ So fasst Bettina Hellenkamp, Pressesprecherin der EBE, die Ziele des Winterdienstes zusammen. Die EBE setzt ihn nach den Vorgaben und im Auftrag der Stadt Essen mit einem bestimmten Fuhrpark um.

Ausreichend Zeit einkalkulieren
Rund ein Drittel der Essener Fahrbahnen werden von der EBE betreut. Sie werden geräumt und gestreut. Auf diesen verkehrswichtigen, gefährlichen Strecken (unter anderem sämtliche Linien des Nahverkehrs) sorgt die EBE für Winterdienst. „Auf vielen Straßen leisten wir ihn sogar rund um die Uhr“, so Bettina Hellenkamp. „Die großen Straßen der Klasse A genießen 24-Stunden-Bereitschaft, ansonsten ist Streuzeit zwischen 6 und 22 Uhr.“

Im gesamten Rest des Stadtgebietes obliegt es den Anwohnern selbst, ihrerseits Winterdienst zu beauftragen, sofern sie ihn für ihre Straße wünschen. Diese Anwohner zahlen natürlich keine Winterdienst-Gebühren an die Stadt. Die im Winterdienstverzeichnis genannten Straßen sind hier nachzulesen (Winterdienstverzeichnis):
http://www.ebe-essen.de/ueber-uns/download/strasenreinigung/

EBE Winterdienst

Abends oder nachts ist Schnee in der Stadt gut beherrschbar. Fällt Schnee jedoch erst im Berufsverkehr oder kurz davor oder gar ohne Voraussage, erschwert die Fahrzeugdichte auf den Essener Straßen das Räumen und Streuen enorm. „Dann kann eine übliche Runde mit dem Streufahrzeug schon mal doppelt oder gar dreimal so lange dauern wie sonst“, erklärt Bettina Hellenkamp von der EBE. Sie rät: „An solchen Tagen sollte man ausreichend Zeit für seine Wege kalkulieren und seinen Tagesablauf darauf abstellen.“ Solche witterungsbedingten Auswirkungen sind einfach eine Folge der winterlichen Natur, die ja andererseits auch ihren Zauber hat.

Bereitschaftsplan bis April 2014 steht
Den ganzen Sommer über liefen die Vorbereitungen bei der EBE, nun ist das Unternehmen gut gerüstet: Uli Baur, Stefan Ebert und Helmut Metzler haben sämtliche Fahrer geschult, die Fahrzeuge sind gecheckt, die Lager mit Salz und Sole gefüllt, der Bereitschaftsplan bis April 2014 steht längst. Der ist eine Essener Besonderheit und spart viel Zeit. Wenn Streualarm ausgerufen wird, stehen im Gegensatz zu den meisten anderen Städten immer die rund 30 Leute fest, die umgehend Winterdienst fahren.

Mit „Autologic“, dem elektronischen Routenführungssystem, haben die EBE-Fahrer letzten Winter sehr gute Erfahrungen gemacht. Es wurde in Details noch verbessert und steht bereit. Die internen Unterlagen zu den Streuplänen sind optimiert. Die Streurouten selbst sind unverändert, lediglich neue oder beendete Baustellen sind zu beachten.

Einfach, aber wirkungsvoll
Mit diesen einfachen Mitteln kommt jeder besser über die kalten, weißen Tage:

  • Bleiben Sie gelassen.
  • Lassen Sie Streufahrzeuge vorbei und in Ruhe ihre Arbeit tun. Dahinter fahren Sie besser!
  • Genießt Ihre Straße den Service der Stadt? Informieren Sie sich.
  • Geben Sie sich genug Zeit für Ihre Wege. Wenn Sie unter Druck stehen, führt das zu Stress.
  • Parken Sie so, dass Busse, Müll- und Streufahrzeuge und Rettungswagen gut durchkommen.
  • Drehen Sie den Spieß um und genießen die Schönheit der winterlichen Natur.

Irrtümer: hartnäckig, aber falsch

  • „Die EBE macht die Straßen in Essen frei.“ Richtig ist, dass die EBE etwa 30 Prozent der Straßen in Essen bedient.
  • „Ich sehe kein Streufahrzeug, also fährt keins.“ Richtig ist, dass der Rhythmus bei ca. 20 Fahrzeugen für 36 Streupläne schon mal länger dauern kann, so dass Sie gerade keines zu Gesicht bekommen.
  • „Die sind schlecht organisiert.“ Richtig ist, dass die EBE mit der modernsten Technik im Winterdienst unterwegs ist – aber Natur und Verkehrsdichte setzen Grenzen.

Zahlen & Fakten zum EBE-Winterdienst

  • über 200 Mitarbeiter (rund 180 Fahrer aus Abfallabfuhr, Straßenreinigung und Containerdienst, zudem Betriebsmeister, Werkstatt-Bereitschaft, Leitende)
  • 22 Fahrzeuge (15 große Streufahrzeuge, 7 Flitzer), alle mit Kunststoffschilden
  • 36 Streupläne der Stadt Essen (Prioritäten A + B) für EBE relevant
  • Streupläne A: ca. 850 Kilometer Räumstrecke auf Fahrbahnen der verkehrswichtigen Straßen (Streupläne A)125 Mitarbeiter stellen eine 24-Stunden-Abdeckung sicher (3 Schichten); Fahrtkilometer gesamt für A-Pläne: 1.177 km (durch Anfahrtsweg, breite Straßen doppelt zu streuen und Verbindungsstücke zwischen Streustrecken); Volleinsatz Streuplan A: alle Streupläne etwa in 4-8 Stunden
  • B-Pläne: Fahrtkilometer gesamt 293 Kilometer; 55 Mitarbeiter in 16-Stunden-Abdeckung (6-22 Uhr)
  • Standard-Streu-Geschwindigkeit: 30 km/h, damit Streumittel breit verteilt werden
  • EBE streut mit Feuchtsalzgemisch (FS 30) aus 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Sole, das eine schnellere und länger anhaltende Wirkung erreicht
  • Salzvorrat 2012:  
    Salzhalle Pferdebahnstraße  4.000 Tonnen
    Salzsilos Pferdebahnstraße  1.200 Tonnen
    Salzbunker Elisenstraße  500 Tonnen
    Salzsilos Recyclinghof Werden 150 Tonnen
    GESAMT =  5.850 Tonnen
    Option auf Nachlieferung durch Esco (Niederrhein)
  • Solevorrat zu Winterbeginn Pferdebahnstraße  110.000 Liter
    Recyclinghof Werden  30.000 Liter
    GESAMT =    140.000 Liter

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