Kühlschrank & Co. kostenlos in fachkundige Hände geben

Dienstag 16. Oktober 2012

DSCF0049 Elektroschrott bei EBE oder im Fachhandel kostenlos abgeben

Wenn Handy, Spielkonsole oder Musikanlage nicht mehr funktionieren, gehören sie auf den Recyclinghof. Hausmüll bzw. die Graue Tonne sind der falsche Entsorgungsweg. Sie sind für Elektrogeräte sogar offiziell tabu. Darauf weisen die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) hin. „Zwar haben viele Menschen gehört, dass z. B. Laptops wieder verwertet werden und wertvolle seltene Metalle nicht verschwendet werden sollen“, so Bettina Hellenkamp, Pressesprecherin der EBE. „Die genaue Rechtslage ist aber (zu) vielen noch unbekannt.“

Das „Elektroaltgeräte-Gesetz“ (ElektroG) bestimmt seit 2006, dass sowohl Privatleute wie Gewerbetreibende ihre alten elektrischen und auch elektronischen Geräte nur an fachkundige Hände abgeben dürfen. Dabei handelt es sich um eine Verpflichtung jedes einzelnen Bürgers.
Positiv: Kosten oder Gebühren entstehen bei der Abgabe keine.

Das Ziel lautet Wiederverwertung
„Das wichtigste Ziel des Gesetzes ist, dass man die wertvollen Stoffe in den Geräten wieder verwerten kann“, fasst Hellenkamp zusammen. „Gefährliche Stoffe müssen umweltgerecht entsorgt werden, ansonsten nehmen Menschen und Umwelt Schaden.“

Die Gefährlichkeit spiele besonders bei großen Kühlgeräten eine Rolle, deren Kompressoren gerne zu Geld gemacht werden. Umweltschutz? Wiederverwertung? Meist Fehlanzeige. Sie werden außerdem häufig unsachgemäß ausgebaut. Dann treten schnell giftige Chemikalien aus. „Das birgt erhebliche Gefahren für Menschen und Umwelt und darf nicht geschehen.“

Gesetz nimmt die Hersteller in die Pflicht
Beim ElektroG gilt wie beim Müll das „Verursacher-Prinzip“: Wer ein Gerät produziert hat, muss sich darum kümmern – auch nach dessen Lebenszeit. Daher sind die Hersteller in der Pflicht, die Wiederverwertung alter Elektrogeräte zu organisieren. Sie tun das über die „Stiftung Elektro-Altgeräte Register (Stiftung EAR)“. Sie ist die „Gemeinsame Stelle der Hersteller“ im Sinne des ElektroG. Das Umweltbundesamt hat sie mit dieser hoheitlichen Aufgabe betraut. Die EAR registriert die Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten und koordiniert die Bereitstellung der Sammelbehälter und die Abholung der Altgeräte bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern in der gesamten Bundesrepublik Deutschland, auch in Essen. So stellt sie sicher, dass sämtliche angenommenen Geräte in der ökologisch sinnvollen Aufbereitung landen.

Der Grundgedanke des Ressourcenschutzes ist im ElektroG genauso wie im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz enthalten. Letzteres legt gar eine konkrete Abfallhierarchie fest: An erster Stelle steht darin die Abfallvermeidung, direkt gefolgt von der Wiederverwendung von Stoffen. Das ElektroG setzt ehrgeizige Ziele: Bis zu 80 Prozent des Gewichtes eines Elektrogerätes sollen (wieder-) verwertet werden.

Wohin mit den alten Geräten?
Jede Kommune hat eigene „Übergabestellen“ eingerichtet, wo Elektrogeräte abgegeben werden können. In Essen sind es die Recyclinghöfe der EBE in Altenessen (Lierfeldstraße 49) und Werden (Laupendahler Landstraße 142-144).
Auch der Fachhandel darf Elektroaltgeräte zurücknehmen.

Kleingeräte nimmt außerdem das EBE-Schadstoffmobil an, das regelmäßig durch die Stadtteile tourt. Auch der Einzelhandel darf Elektroaltgeräte zurücknehmen. Fön, Mixer, Rasierer, Spielkonsolen oder Zubehör sind dort genau richtig.

Für große Geräte ist im Schadstoffmobil allerdings kein Platz. Daher werden Fernseher, Waschmaschinen und Kühlgeräte dort grundsätzlich nicht angenommen. Diese Großgeräte können an den EBE-Recyclinghöfen in Altenessen oder in Werden abgegeben oder über die kostenlose Sperrmüllsammlung bequem entsorgt werden.
„Kühlgeräte oder auch Waschmaschinen dürfen in den Sperrmüll, die EBE nimmt sie anstandslos mit“, erläutert Bettina Hellenkamp. „Sie verschwinden leider häufig, weil der bereitgestellte Sperrmüll systematisch ausgebeutet wird. Das ist nicht in Ordnung, denn der gesetzlich vorgesehene, professionelle Umgang mit den Geräten ist dann nicht garantiert.“

Abhol-Termine gibt es bei der Sperrmüll-Hotline: Telefon 854-1111

Drei Merksätze zum Elektroschrott:
1. Elektro-G gilt für alle
Jeder Bürger und Unternehmer ist gesetzlich verpflichtet, seine Altgeräte der getrennten Sammlung zuzuführen und nicht dem Hausmüll. Ziel ist die systematische Wiederverwertung der enthaltenen Wertstoffe und Bestandteile.
2. Keine Kosten
Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger nehmen Elektroschrott grundsätzlich kostenlos an!
3. EBE oder Fachhandel
Nur die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) und der Elektro-Fachhandel sind in Essen zur Annahme von Elektroschrott berechtigt.
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Fünf Sorten E-Schrott
Elektroaltgeräte werden von Fachleuten in fünf Gruppen unterschieden und angenommen:
• Gruppe 1: Haushaltsgroßgeräte, Weiße Ware, automatische Ausgabegeräte
• Gruppe 2: Kühlgeräte
• Gruppe 3: Informations- und Telekommunikationsgeräte, Unterhaltungselektronik, z. B. Spielkonsolen, Computer, Handys und Telefone
• Gruppe 4: Gasentladungslampen, z. B. Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren
• Gruppe 5: „Kleinvieh von Haus und Hof“, also z. B. Haushaltskleingeräte, elektrische/elektronische Werkzeuge, Spielzeuge, Sport- und Freizeitgeräte, Medizinprodukte, Überwachungs- und Kontrollinstrumente

Abgabestellen: Die EBE-Recyclinghöfe
Recyclinghof Altenessen, Lierfeldstraße 49
Mo.- Fr.: 7.00 – 19.00 Uhr
Sa.: 7.00 – 15.00 Uhr
Tel.: 0201/854-27 23

Recyclinghof Werden, Laupendahler Landstraße 142-144
Mo. – Mi. und Fr.: 8.00 – 15.00 Uhr
Do.: 8.00 – 18.00 Uhr
Sa.: jeden letzten Sa im Monat, von 8.00 Uhr – 14.00 Uhr (27.10., 24.11. und 29.12.2012)
Tel.: 0201/854-27 25

Termine für das Schadstoffmobil finden Sie hier.

01010725 01011476
Elektroaltgeräte können kostenfrei bei den Entsorgungsbetrieben Essen abgegeben werden. Dazu gehören auch Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen und LED-Leuchtmittel!