Vertragsauflösung: Geschäftsführer Klaus Kunze geht

Mittwoch 25. September 2013

– Pressemitteilung der Stadt Essen –

Oberbürgermeister Reinhard Paß entspricht Bitte von EBE-Geschäftsführer Klaus Kunze zur Vertragsauflösung

Die von REMONDIS, dem privaten Gesellschafter der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) GmbH, erhobenen Vorwürfe gegen den Geschäftsführer Klaus Kunze, die im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Interessen des privaten Anteilseigners stehen, haben dazu geführt, dass sich Klaus Kunze nach eigenen Aussagen in der Öffentlichkeit „diffamiert und bloß gestellt“ sieht. Klaus Kunze hat daher die Auflösung seines Anstellungsvertrages vorgeschlagen. Oberbürgermeister Reinhard Paß möchte diesem Vorschlag entsprechen und wird den EBE-Mehrheitsanteilseigner Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (EVV) deshalb auffordern, die notwendigen Schritte einzuleiten. Zunächst soll ein Interimsgeschäftsführer für die EBE GmbH bestellt werden. Darüber muss der Rat der Stadt Essen beschließen.

„Ich habe die Bitte von Klaus Kunze mit Bedauern zur Kenntnis genommen“, so Oberbürgermeister Reinhard Paß, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender EBE sowie der EVV ist. „Die seitens der Remondis GmbH erhobenen Vorwürfe sind zum jetzigen Zeitpunkt zwar weder erwiesen, noch juristisch bewertet, aber offenbar ist der öffentliche Druck auf Herrn Kunze und dessen Familie in einem Maße unerträglich geworden, dass er keine andere Wahl sieht. Das muss ich respektieren und mich entsprechend dazu verhalten.“ Er habe sich daher entschlossen, dem Vorschlag Klaus Kunzes zu entsprechen und dessen Arbeitsvertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt aufzulösen.

Um den fortlaufenden Betrieb der EBE sicherzustellen und gleichzeitig die Interessen der Stadt Essen innerhalb des Unternehmens zu sichern, soll ein Interimsgeschäftsführer bestellt werden, der unmittelbar nach Auflösung des Arbeitsvertrages mit Klaus Kunze seine Arbeit aufnimmt. Oberbürgermeister Reinhard Paß schlägt hierfür den jetzigen Geschäftsführer der Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH (GVE), Andreas Hillebrand, vor. „Wir haben bereits Kontakt zu Herrn Hillebrand aufgenommen“, erläutert der Oberbürgermeister. „Er hat die EBE seit 1998 in unterschiedlichen Funktionen begleitet und ist bereit, diese Aufgabe zu übernehmen.“ Die Berufung von Andreas Hillebrand wird nun ohne Verzug zur Entscheidung in den Rat der Stadt Essen eingebracht werden.

Die mittlerweile eingeleiteten Untersuchungen der Vorwürfe der Remondis GmbH gegen Klaus Kunze sind von dessen Entscheidung aus der EBE-Geschäftsführung auszuscheiden, nicht berührt. „Im Interesse des Unternehmens wird dies selbstverständlich weiter verfolgt“, so Reinhard Paß. „Ich bedauere nur zutiefst, dass mit der Entscheidung von Herrn Kunze nun eine Art ‚Urteil‘ gefällt wird, obwohl die ‚Beweisaufnahme‘ noch gar nicht vonstatten gegangen ist. Das hat Herr Kunze, der sich zweifellos große Verdienste um die gute wirtschaftliche Entwicklung der EBE erworben hat, wirklich nicht verdient. Ich zolle Herrn Kunze großen Respekt für seine Leistungen, aber auch für seine Entscheidung.“

Erst in der vergangenen Woche hatte sich der Oberbürgermeister mit einem eindringlichen öffentlichen Appell an die Politik sowie Multiplikatoren in der Stadt Essen gewandt und um Mäßigung in der öffentlichen Debatte gebeten. Dabei hatte Reinhard Paß auch darauf hingewiesen, dass die gegen Klaus Kunze gerichteten Vorwürfe nicht erwiesen seien.

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