Werkstattluft schnuppern beim Girls’ Day

Freitag 26. April 2013

„Ich hoffe, dass niemand von Euch mit so etwas in Berührung bekommt“, erklärt Bernd Voßkämper, hebt einen unschönen Beutel in die Höhe. Acht junge Damen, die beim Girls‘ Day einen Tag lang den Arbeitsplatz Kfz-Werkstatt kennenlernen, schauen fragend. Der Sack entpuppt sich als gebrauchter Airbag. Der Ausbildungsleiter der EBE klärt über die Gefahren eines Unfalls auf. Auch der Leben rettende Luftsack, der sich innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde aufbläst, hat es in sich. Die Acht befühlen das eigenartige Gewebe – ein Stoff, der Unbehagen und Faszination gleichermaßen auslöst.


Voßkämper berichtet von Verbrennungen im Gesicht von Unfallopfern: „Wisst Ihr, warum?“, fragt er in die Runde. „Da findet eine Explosion statt“, weiß Helena. Aus diesem Grund könne sich der Airbag so schnell aufblasen. Die 14-jährige Schülerin hat sich schon im vergangenen Jahr um einen Platz bei der EBE bemüht, aber „da waren alle Plätze vergeben“. Diesmal hat es geklappt.

Nachdem die Mädchen zur Einführung einen Film über Arbeitsabläufe in einer Werkstatt gesehen haben, legten sie selbst Hand an: So wechselten sie zusammen mit den Mechatronikern der EBE einen Reifen, überprüften den Ölstand und füllten die Flüssigkeit bei der Scheibenwischeranlage nach. Aufmerksam ließen sich die tatkräftigen Besucherinnen in der Lehrwerkstatt der EBE erklären, wie eine Pleuelstange funktioniert, welche Folgen Wasserschäden im Motor nach sich ziehen können und wie unterschiedlich Bremsbeläge von Pkw und Lkw aussehen.

Bereits im Vorfeld wusste Helena, was sie in einer Kfz-Werkstatt erwartet. Kein Wunder, vor den Osterferien absolvierte sie schon ein Praktikum bei einem Sportwagenhersteller. Dagegen hatte Anna eher ungenaue Vorstellungen, was sie in der Ausbildungswerkstatt der EBE erwartet. Auf jeden Fall „etwas anderes als bei einem typischen Mädchenberuf“, so die 14-Jährige. Was sie nach ihrer Schulzeit machen will, weiß sie noch nicht. Helena interessierte sich schon als kleines Mädchen für Autos. Sie kann sich vorstellen, später entweder Autos zu verkaufen – oder sie zu reparieren.

Die jungen Besucherinnen konnten beim Girls' Day am 25.  April in der Lehrwerkstatt selbst Hand anlegen.

Die jungen Besucherinnen konnten beim Girls‘ Day am 25. April in der Lehrwerkstatt selbst Hand anlegen.