EBE erhält Verstärkung durch das Projekt MILA

Dienstag 25. September 2018

Bei den Entsorgungsbetrieben Essen (EBE) verstärken derzeit fünf Menschen aus dem Projekt MILA (Modellprojekt Integration Langzeitarbeitsloser in Arbeit) die Belegschaft. In zwei Teams sind sie jeweils mit einem erfahrenen EBE-Vorarbeiter für das Entfernen wilder Müllablagerungen, Standplatz-Reinigung bei Depot-Containern, Grünflächen und Sonderaufträge eingesetzt. In Kürze wird noch ein sechster Teilnehmer hinzukommen.


Ein Gewinn für alle Seiten
„Die Anzahl an Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit ist in Essen immer noch zu hoch“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen unter anderem auch an einem stärk veränderten Arbeitsmarkt. Mit dem Modellprojekt MILA wird Arbeit – nicht Arbeitslosigkeit – finanziert, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nach zwei Jahren eine echte Chance, übernommen zu werden und am Beispiel des Einsatzes bei der EBE zeigt sich, dass die personelle Unterstützung unseres Aktionsplans Sauberkeit ein echter Gewinn ist.“

„Wir sehen in MILA mehrere Chancen gleichzeitig“, führt EBE-Geschäftsführer Uwe Unterseher-Herold aus. „Ein Plus an Händen bedeutet für die Stadt ein Plus an Sauberkeit. Das ist sehr gut so.“ EBE-Geschäftsführer Stephan Tschentscher ergänzt: „Die EBE bringt Menschen, die lange ohne Arbeit waren und eigentlich dringend tätig sein möchten, wieder in einen Job. Das tut ihnen offensichtlich sehr gut.“ Beide sind sich einig: „Ein Gewinn für alle Seiten.“

„Wie ein Sechser im Lotto“
Das sehen auch die beteiligten Kollegen so. „Für mich ist das wie ein Sechser im Lotto – mit Zusatzzahl!“ Torsten Müller (51), einer der fünf Teilnehmer von MILA, ist richtig begeistert. „Ich habe schon so viele Bewerbungen geschrieben, die meisten blieben ohne jede Antwort.“ Auch Sascha Lieder (35) feiert diese Chance: „Meist kommt einfach nix auf Dein Bewerbungsschreiben zurück. Jetzt hatten wir Vorstellungsgespräche.“ Alfred Böhm (53) und Björn Fern (32) nicken. Diese Erfahrung haben sie alle gemacht.

Schön sei auch die Bezahlung nach TVöD. „Ich habe hier deutlich mehr als vorher mit Hartz IV“, ist Torsten Müller zufrieden. „Damit kann ich meine Familie gut ernähren.“ Björn Fern erzählt, er habe zuvor einen 1,25-Euro-Job gehabt: „Der war so langweilig! Mein Fall-Manager bot mir MILA an, zum Glück.“ Und Alfred Böhm ergänzt: „Ich will ja aufstehen, arbeiten, einen Tag mit Struktur haben, etwas leisten für mein Geld.“


Vorarbeiter loben Motivation
Und das tun sie. Die beiden MILA-Teams leisten sehr flexible, tagesaktuelle Arbeit, die zuverlässig erledigt werden muss. Die Vorarbeiter Patrick Tertilt (36) und Udo Walewski (52) sind zufrieden mit ihnen: „Man merkt, dass die Jungs arbeiten wollen. Sie sehen die Arbeit und sind fleißig.“
Ihr Vorgesetzter Rolf Buse (53) erstellt Tageslisten mit Aufträgen, die z. B. aus dem Beschwerdemanagement oder der Abfallsammlung aus Grünflächen stammen. „Wir als Vorarbeiter sprechen uns täglich ab“, beschreibt Patrick Tertilt. „Dann tauschen wir manchmal Aufträge, um die Arbeit effektiv aufzuteilen. Die Kommunikation klappt sehr gut.“

Das Miteinander auch: „Wir sind erfreut, dass die Integration der Kollegen innerhalb der EBE-Strukturen so gut läuft“, führt Rolf Buse aus. Alfred Böhm spricht es klar aus: „Als Langzeitarbeitsloser wird man viel mit Vorurteilen konfrontiert. Hier bei der EBE ist das anders: Die Kollegen sind ganz offen.“

Ende 2019 wird sich entscheiden, ob die MILA-Kollegen den Sprung in die EBE-Belegschaft schaffen. Das ist natürlich ihr Ziel und auch der Wunsch des JobCenters Essen. Bis dahin bleiben die Arbeitsverträge befristet und werden jeweils verlängert.