Mehr Fahrsicherheit: EBE rüstet Kamerasysteme an Sammelwagen nach

Donnerstag 29. August 2019

Alle großen Neufahrzeuge erhalten kombinierte Assistenten
Sechs Augen sehen mehr als zwei: Darum werden in Zukunft vier Kameras rund um die großen Fahrzeuge bei den Entsorgungsbetrieben Essen (EBE) für mehr Sicherheit sorgen. Im Rahmen einer breit angelegten Ausstattungs-Offensive werden sie nun aufwändig nachgerüstet. Künftig sind bei allen Neubestellungen bereits Assistenzsysteme mit an Bord.


„Wir erwarten, dass diese technische Hilfsmittel in Zukunft das alltägliche Fahren im dichten Stadtverkehr für alle sicherer machen“, zeigt sich EBE-Geschäftsführer Stephan Tschentscher zufrieden.

Insgesamt 46 Fahrzeuge (Müllwagen und Sperrmüllwagen) werden nachgerüstet, 20 sind bereits fertig. Perspektivisch sollen auch die Überkopflader und Papiersammelfahrzeuge sowie Containerfahrzeuge an die Reihe kommen. Bei letzteren erfordert jedoch die Bauart einige Kreativität: Es gibt nur wenige feste Flächen wie bei Müllwagen, denn die Container werden ja ständig getauscht.

3D-Ansicht in Vogelperspektive
„Visual 360“ heißt das Kamera-Nachrüstungssystem. Es arbeitet stumm und ergänzt die Wahrnehmungen des Fahrers. Dieser muss aktiv auf den Monitor neben dem Armaturenbrett schauen. Die Kameras überbrücken tote Winkel und ermöglichen dem Fahrer einen lückenlosen Überblick. Einen Warnton oder ähnliches gibt es dabei nicht.

Die vier Kamerabilder werden bei „Visual 360“ zu einer Aufsicht von oben kombiniert. Dahinter steht also eine Computer-Simulation. Zusätzlich ist diese Ansicht dreidimensional (3D) und erscheint sehr echt. Eine Person oder Hindernisse sieht der Fahrer wie aus der Luft, und zwar egal, an welcher Stelle rund ums Fahrzeug sich diese befinden.


„Das halten wir für eine sehr gute Unterstützung unserer Fahrer“, so Stephan Tschentscher. „Natürlich fahren sie ohnehin mit großer Umsicht und Aufmerksamkeit. Die Vogelperspektive liefert nun noch eine wertvolle Ergänzung, die der Mensch so nicht erreichen kann.“ Dies sei ein Plus an Sicherheit für alle: „Der Sicherheitsgewinn kommt gleichermaßen unseren Fahrern wie auch allen anderen, besonders im Vergleich zum Lkw schwächeren Verkehrsteilnehmern wie kleineren Autos, Zweiradfahrern und Fußgängern zugute“, so Stephan Tschentscher.

Das System arbeitet zudem flexibel und verändert teilweise die Ansicht. Sobald der Blinker gesetzt oder die Fahrtrichtung geändert wird, schaltet es auf den passenden Ausschnitt aus dem Gesamtbild. Sie sieht der Fahrer stets automatisch die gerade kritische Seite des Fahrzeugs.

Investition unterstützt die Fahrer jeden Tag
Ein Schnäppchen ist diese Nachrüstung nicht: Die Kameras samt Einbau schlagen pro System mit jeweils rund 2.000 Euro zu Buche. Fördermittel kann die EBE dafür nicht nutzen. Die Entscheidung fiel dennoch eindeutig für diese Investition. Für Stephan Tschentscher eine klare Sache: „Wir möchten unsere Fahrer, die den ganzen Tag mit großer Verantwortung im Straßenverkehr für die EBE im Einsatz sind, bestmöglich unterstützen. Die Fahrzeuge sollen dazu auf dem aktuellen Stand sein, um die Risiken möglichst gering zu halten. Dazu zählen heute eben solche Kamerasysteme.“

Technische Ausstattung auf der Höhe der Zeit

Sämtliche Neufahrzeuge im Bereich Abfallabfuhr und auch Containerfahrzeuge bestellen die Entsorgungsbetriebe Essen übrigens inzwischen standardmäßig mit dem jeweiligen System des Herstellers. Dies sind in der Regel kombinierte Abbiegeassistenz-Systeme: Sie arbeiten mit Kameraansichten, geben bei gefährlichen Annäherungen einen Warnton ab und nehmen teilweise auch einen Eingriff vor, z. B. Bremsen. Das erste Dutzend Abfallsammelfahrzeuge dieser Art ist bei der EBE bereits im Einsatz.

Insgesamt sind dies sehr gute Aussichten: In Sachen visueller Unterstützung und Raumüberwachung rund ums Fahrzeug wird die EBE voraussichtlich zum Winter 2019 technisch voll auf der Höhe der Zeit sein.